Die Zukunft zum Anfassen nah

News vom 09.07.2020

Die Stadt Geestland hat es geschafft, den Touch Tomorrow-Truck der Hans-Riegel-Stiftung nach Langen zu holen! Der 16,5 Meter lange, 4,5 Meter breite und 6 Meter hohe Truck steckt voller Technik zum Anfassen und Ausprobieren. Videos, Quizze, Spiele und kurz gehaltene Texte führen die Schülern und Schülerinnen in eine neue Welt. Mittels Gedankensteuerung lenken sie eine Kugel, ein Roboter wartet auf seine Programmierung, es gilt Elektrospulen richtig anzuordnen und im Hyperloop beschleunigt der Zug um das Dreifache, wenn man ein Vakuum erzeugt. Die Jugendlichen lernen nicht nur die Technologien der Zukunft kennen, sondern auch die Berufe dahinter, die zu den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) gehören. Einige der Berufe sind heute noch unbekannt. Oder wäre jemand auf die Idee gekommen, Roboterpsychologe zu werden?
 

tl_files/2020/touch-tomorrow-truck-gruppe.jpgDer Touch Tomorrow-Truck stand Schülern und Schülerinnen des Geestlands für eine Woche zur Verfügung.
 

Deine Welt von Morgen Zuhause in Geestland

„Es hat uns einige Mühe gekostet, den Touch Tomorrow-Truck zu uns zu holen“, berichtet Sonja Thomas, die für die Bereiche Nachhaltigkeit und Beteiligung im Geestland zuständig ist. Dabei wusste sie gleich, als sie das erste Mal davon hörte: „Das ist das Richtige für uns!“ Nachdem sie einige ihrer bisherigen Projekte vorgestellt und damit ihr Engagement bewiesen hatte, konnte sie einen der begehrten Besuche ergattern. Vom 7.-9. Juli 2020 stand der Truck in Langen auf dem Gelände der Feuerwehr. Rund 70 Schüler und Schülerinnen der Oberschule Langen und des Gymnasiums Langen hatten so die Gelegenheit, einen Blick in die Zukunft zu werfen und sich in Hinblick auf ihre Berufswahl anregen zu lassen. Bürgermeister Thorsten Krüger freut sich über dieses Angebot für die Region und Geestland. „Ich hoffe, dass es nicht bei diesem einen Besuch bleibt“, so Krüger.

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Links: Um die Kugel mit Gedankenimpulsen zu steuern, ist eine entspannte Haltung erforderlich. Rechts: Nachdem Erik Reinert den Roboter programmiert hat, greift dieser das Haribo-Bärchen.
 

„Gemischte Teams arbeiten immer am effizientesten.“

„Einige der Technologien im Truck werden später schon zum Alltag der Schüler und Schülerinnen gehören, an anderen werden sie selbst noch mitentwickeln“, sagt Lina Braun, die den Jugendlichen als studierte Geowissenschaftlerin beim Erkunden des Trucks zur Seite steht. Bei den Gesprächen über wissenschaftliche Berufe sind es besonders die Mädchen, die viele Fragen an sie haben. So steht sie auch gleich als Rollenvorbild zur Verfügung. Das Ziel des Trucks ist es, dem Fachkräftemangel in den MINT-Berufen entgegenzuwirken und gerade bei den Schülerinnen ist da viel Luft nach oben: „Nur zehn Prozent der Frauen entscheiden sich für einen Beruf in dem Bereich. Aber das kann jeder! Nicht nur Männer“, stellt sie klar und fasst das Ergebnis verschiedener Studien zusammen: „Gemischte Teams arbeiten immer am effizientesten.“

Coach Erik Reinert ergänzt: „Bei uns passt das.“ Als Biophysiker unterstützt er ebenso wie Braun die Schüler und Schülerinnen, wenn diese sich im Truck in der Welt der Zukunft bewegen. Denn selbsterklärend sind die Exponate nicht. Ihm macht nicht nur das Diskutieren mit den ohnehin interessierten Jugendlichen Freude, sondern auch die erweckte Begeisterung der Jugendlichen, die sich eigentlich in einem anderen Berufsfeld sehen. 

tl_files/2020/touch-tomorrow-truck-team.jpgVon links: Lina Braun, Engin Öztürk und Erik Reinert führen in die Welt von Morgen.
 

MINT für die Zukunft

Damit der Besuch im Truck nicht nur ein aufregendes Erlebnis ist, sondern den Besuchern auch nachhaltig zur Verfügung steht, erhalten sie ein Speichermedium, mit dem sie später auf die von ihnen ausgesuchten Informationen zurückgreifen können. „Wir erleben hier immer wieder die begeisterten Schüler und Schülerinnen. Ich habe das Gefühl, wir geben ihnen sehr viel“, so Projektleiter Engin Öztürk, der erst Elektrotechnik gelernt hat, dann mit einem Studium zum Elektronik-Ingenieur wurde und zusätzlich noch eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen hat. „In unserem Truck ist MINT verpackt in Kontext zu den Zukunftsthemen“, fügt er an. 

Auch Horst Lüdtke, Geschäftsführer unseres Netzwerks, hatte dank der erfolgreichen Bemühungen der Stadt Geestland Gelegenheit, sich den Touch Tomorrow-Truck angesehen. „Das ist genau unsere Stoßrichtung. Unsere Aufgabe ist es, jungen Menschen eine Perspektive zu zeigen“, sagt Lüdtke und fügt an: „Dazu gehört auch MINT. Wir brauchen nicht nur Arbeitnehmer und Menschen, die ihre Unternehmen gut führen, sondern auch Wissenschaftler.“ Mit dem Projekt mint:pink bietet unser Netzwerk Schülerinnen bereits die Möglichkeit, ihr Interesse für die MINT-Berufe zu erkunden. Der Touch Tomorrow-Truck ist eine weitere Möglichkeit, die Sensibilität für MINT in unserer Region zu stärken. Wir gratulieren Geestland zu dieser tollen Veranstaltung!

Mehr über den Touch Tomorrow-Truck erfahren Sie hier: www.touchtomorrow.de

 

Text und Fotos von Janina Berger

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