Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz: MINT – das sind Schulfächer beziehungsweise Lernfelder, die den jungen Menschen schmackhaft gemacht werden müssen. Denn der Berufsnachwuchs fehlt hier. Er ist jedoch für ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik wirtschaftlich überlebenswichtig.

Oft beschränken sich MINT-Angebote für Schulen auf die Mädchen eines Jahrgangs. Das Netzwerk Schule, Wirtschaft und Wissenschaft für die Region Unterweser e.V. (NSWW) hält das allerdings für zu kurz gesprungen. Deshalb organisierten wir eine Aktion „MINT für alle“. An der nahmen alle 116 Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Wesermünde teil. An zwei Tagen sammelten sie an der Hochschule Bremerhaven und bei der auf Schiff- und Stahlbau spezialisierten Heinrich-Rönner-Gruppe in Bremerhaven wichtige persönliche Erfahrungen.

Wir vom Netzwerk danken der Dieckell Stiftung für die finanzielle Unterstützung.

Berufsorientierung vom Kopf in das Herz

Zum Hintergrund von „MINT für alle“ sagt unser Geschäftsführer Horst Lüdtke: „Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur theoretisch und vielleicht mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz Ideen zu ihren individuellen Ausbildungswegen und Berufen entwickeln. Im besten Fall entstehen bei unserer Aktion aus diesen Ideen konkrete Zukunftsperspektiven – durch das Erleben vor Ort und den direkten Dialog mit Praktikern und Experten.“

Matthias Frischer ist ein erfahrener Coach und begleitete im Netzwerk-Auftrag die Aktion „MINT für alle“. Sein Anliegen: „Die Berufsorientierung muss vom Kopf in das Herz kommen.“

Am ersten Tag half Frischer den jungen Menschen beim Erstellen ihres persönlichen Interessen- und Neigungsprofils. In Gruppenarbeiten kristallisierte sich für die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer heraus, welcher MINT-Beruf am besten in dieses Raster fallen könnte.

Interessante Karrierewege auch im Handwerk 

Außerdem stand am ersten Tag ein Besuch der Hochschule Bremerhaven auf dem Programm. Dort informierten Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich „Studienberatung“ über die MINT-Fächer, die sich studieren lassen; sie beantworteten Fragen rund um das Thema „Studium“.

Matthias Frischer berichtet: „Auch Studentinnen und Studenten, die als so genannte Studienpaten im Einsatz sind, wurden eingebunden. Sie zeigten praxisnah auf, was ein Studium in einem MINT-Studiengang an der Hochschule Bremerhaven bedeutet.“

Der zweite Tag von „MINT für alle“ führte die Schülerinnen und Schüler zur Heinrich-Rönner-Gruppe. Unter anderem gaben Auszubildende und Meister Einblicke in ihren Alltag in einem der MINT-Berufe. Frischer stellt fest: „Auf diese Weise wurde vermittelt, dass auch im Handwerk interessante Karrierewege offen stehen.“

Der zweite Tag endete mit einem intensiven Erfahrungsaustausch. Die ausgewerteten Feedback-Bögen zeigten Frischer zufolge: „Die meisten Schülerinnen und Schüler waren dankbar für die neuen Perspektiven.“

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